Planen in Szenarien - und doch mit Simulationen

Für viele Unternehmen sind aufgrund der aktuellen Covid-19 Pandemie die ehemals in mühevoller Kleinarbeit ausgearbeiteten Unternehmenspläne zu reinen Makulatur verkommen. 

 

Dabei reichte es in diversen Risikohandbücher oder entsprechenden Blogs sich Hinweise abzuholen, warum Gefahren und Chancen (Risiken) zukunftsorientiert bei der Entscheidungsfindung und somit bereits bei der Planung  heranzuziehen sind. Es erstaunt unter diesem Blickwinkel, dass die Unternehmen weiterhin eine Planung aufsetzen, welche im Grunde genommen eine (lineare) Fortschreibung der bestehenden, wenn auch neue Verhältnisse darstellt. 

 

Es ist es richtig und wichtig, dass jetzt die Herleitung von Alternativszenarien vorangetrieben wird, um auf dieser Basis den Pfad zur Sicherstellung der Überlebensfähigkeit aufzuzeigen. Die Unsicherheit in Bezug auf mögliche Aktionen und Reaktionen ist aber weiterhin immanent und trotz aktualisierter Planung nicht eliminiert. Mehr noch: Die zukünftigen Chancen und Gefahren sind in den meisten Fällen weder linear noch unabhängig, womit die klassische Punktplanung selbst zum Risiko mutiert. Niemand kann mit Sicherheit sagen, was morgen gültig ist. Das gilt heute umso mehr, ist aber bereits seit geraumer Zeit aufgrund der zunehmenden Volatilität in den Märkten (Stichwort VUCA) bekannt.  

 

Eine robuste und erwartungstreue Planung hat die Unsicherheit als wesentliche Komponente abzubilden, um auf diese Weise entscheidungsfähige Grundlagen zu schaffen. Dies geht nur - so unsere Überzeugung - unter Einbezug einer Monte-Carlo Simulation. Das gilt für eine M&A Transaktion, das Budget, der Erstellung eines Business Cases oder im Besonderen dort, wo Unsicherheit zum Tragen kommt. 

 

Die Monte-Carlo Simulation ist - im Gegensatz zu Techniken wie Data Mining (Machine Learning), welche nur datenzentrisch ausgelegt sind - ein prozessorientiertes Verfahren, bei dem ein System virtuell reproduziert wird, um die möglichen Auswirkungen unter Unsicherheit aufzuzeigen. Ziel ist es dabei, Antworten für zukünftige Ereignisse bereits im Heute zu identifizieren und daraus die richtigen strategischen Massnahmen abzuleiten. Dabei stehen die abhängigen Interaktionen ("bei Eintreten von A, wird voraussichtlich B passieren") in den Vordergrund, welche aggregiert ein Bild aufzeigen, aus welcher rationale Entscheidungen überhaupt erst möglich werden. 

 

Als wesentliche Erkenntnis einer Simulation ist festzuhalten, dass die gängigen und weit tief in den Köpfen verankerten Rechenregeln nicht mehr unisono greifen. Abhängigkeiten und die Grundregeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung führen zu echten erwartungstreuen Werten, welche erheblich von denen der klassischen Punktplanung abweichen können. Im Gegensatz zu mathematischen Modellen ist die Simulation aber kinderleicht zu erlernen.

 

Wer dies erkennt und strategisch von Nutzen ziehen kann, muss der Unsicherheit nicht tatenlos ins Gesicht schauen. 

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